STATEMENTS: Rohfassung Interview mit Arch. Christian Farcher

Interviewer: Verena Arnold | Digital Content Manager von ProntoPro

 

im Blog von prontopro gibt es das bebilderte und redaktionell überarbeitete Interview zu lesen, in dem ich von meinem schönen Beruf erzählen durfte. "https://www.prontopro.at/blog/der-traum-neues-zu-schaffen/" prontopro "https://www.prontopro.at/"

 

Hier ist die Rohfassung zu lesen:

 

Bitte geben Sie uns ein paar Informationen zu Ihnen, wie Name, (Alter), Geburtsort,  und was Sie noch über sich erzählen möchten

Ich heiße Christian Farcher, bin 48 Jahre alt – geboren in Hallein in der Nähe von Salzburg.

Da man in Salzburg nicht Architektur studieren kann bin ich nach Wien gegangen und geblieben.

 

Wie sieht Ihr Unternehmen aus, sind Sie alleine oder haben Sie ein Team um sich herum, das Sie bei der Arbeit unterstützt?

Ich habe eine  Mitarbeiterin die mich bei allen Arbeiten in allen Phasen unterstützt. Es wird entworfen, CAD gezeichnet in 2D und 3D, wir bauen Modelle, schätzen Kosten, holen Angebote ein und vergeben diese nach genauer Prüfung, Beaufsichtigen Baustellen, rechnen Energieausweise.

Die ergänzenden Fachplaner wie Statiker, Bauphysiker, Haustechniker, Landschaftsplaner sitzen in eigenen Ateliers und werden nach Bedarf zugeschaltet. Es gibt ein eingespieltes Team.

  

Was genau haben Sie gelernt oder studiert?

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen? Was haben Sie vorher gemacht?

Zuerst habe ich eine HTL -Höhere Technische Lehranstalt / Bautechnik besucht – das ist eine 5 jährige, sehr Baupraxisnahe Ausbildung die nach 5 Jahren mit Matura und dem „kleinen“ Ingenieur abgeschlossen wird.

Danach habe ich zweimal bei der internationalen Sommerakademie in Salzburg - Architekturklasse Günter Domenig und Laurids Ortner - den Hauch der weiten Architekturwelt geschnuppert – und schlussendlich, weil das das Richtige für mich war, Architektur an der Technischen Universität Wien studiert.

 

Können Sie ein wenig über den Hintergrund Ihres Unternehmens berichten?

Ich habe im Sommer mein 10 Jähriges Jubiläum als selbstständiger Architekt.

Anfangs waren die Projekte klein und selten lukrativ – mit jedem Umbau - Zubau oder Neubau wuchs das Selbstvertrauen, ich habe immer auf ein hohes Maß an gestalterischer Qualität und Authentizität Wert gelegt – und blicke nach wie vor gerne auf meine frühen Projekte zurück.

Ich meine einen gesunden, langsamen Werdegang hinter mir zu haben, und konnte letztes Jahr mein erstes größeres Projekt – einen 3 gruppigen Kindergarten der komplett aus Holz gebaut wurde – realisieren.

 

Nun einige fachspezifische Fragen:

 

Frage 1: Christian Farcher, wie sehen Sie die heutige Architektur? Als was sehen Sie jetzt Ihre Aufgabe in der Architektur?

In der heutigen Architektur ist eine deutliche Qualitätssteigerung zur Vor-Millenium Zeit spürbar. Die Ära der wenigen STAR-Architekten ist der der vielen JUNGEN QUALITÄTSARCHITEKTEN gewichen. An jedem beliebigen Ort kannst du auf echte Juwele treffen, auch im ländlichen Raum hat sich die Moderne etabliert.

Meine Aufgabe sehe ich als Mehrwerterzeuger, als Raumgefühlvermittler, als Lichtführungsprofi. Jeder Bauherr hat viel gesehen und bestimmte Bilder von Gebäuden oder Details im Kopf – aber er kann diese meist nicht zusammenführen und in ein gesamtes Ganzes übersetzen, da komme ich ins Spiel und bringe die Teile in einen Zusammenhang. Die spürbare Zufriedenheit und Begeisterung der Bauherrn nach vollendetem Projekt sind mein eigentlicher Lohn und Motivation.

  

Frage 2: In welchem Stil würden Sie sich mit Ihren Arbeiten einordnen? Wie viel Kunst braucht Architektur?

Kein Projekt gleicht dem anderen – jeder Bauherr bekommt seinen „Maßanzug“.

Jede Aufgabenstellung, jeder Ort, jeder Bauherr ist anders und bekommt die Qualität und den Freiheitsgrad in seinem Projekt, den er zulässt und soweit dessen Mut reicht. Ich glaube so mancher Bauherr hat sich da selbst positiv überrascht.

Meine Arbeiten einem Stil zuzuordnen wäre mir ein Greul. Ich strebe nach Zeitlosigkeit und Authentizität. Einmal stimmt ein einfacher, rechteckiger Baukörper – weil die abfallende und gewölbte Landschaft reichlich „move“ hat, dann wieder – auf der grünen Wiese - kann das Gebäude den „move“ übernehmen – der sich dann aus dem Inneren / deren Nutzungen ergibt.

Wenn Architektur gut gemacht ist, ist Sie Kunst.

Nur sollte sich der Entwerfer darüber im klaren sein, das Gebautes durchschnittlich einen sehr langen Lebenszyklus hat – und nicht wie ein schlechtes Bild einfach abgehängt werden kann.

Der Entwerfer hat somit eine viel größere Verantwortung wie der Maler – Bauwerke haben gut zu funktionieren und praktisch zu sein.

 

Frage 3: Was ist die Aufgabe des Architekten – neben Baumeister und Fachplanern? Wie ist der Ablauf einer Basisberatung?

Der Architekt trainiert Jahrelang Entwerfen auf der Universität, der Baumeister hat meist in der Baubrache Erfahrungen gesammelt und macht dann nach kurzer Vorbereitung die Baumeister Prüfung – bei der die technische Ausführung im Fokus steht.

Der Architekt bedient sich des Baumeisters und der Fachplaner bei der Umsetzung seiner Entwürfe. Er koordiniert und überprüft zuerst die Fachplaner und dann bei der Ausführung die Fachfirmen wie Baumeister, Zimmermann, Schlosser. Haustechniker, Elektriker uvm.

Bei der Basisberatung höre ich ganz genau zu, was der Bauherr erzählt – welche Wünsche und Vorstellungen er hat. Wenn gegenseitiges Verständnis und Sympathie stimmen, werden alle relevanten Themen angesprochen und ein mögliches Gesamtszenario skizziert.

 

Frage 4: Wie lange dauern Bauarbeiten durchschnittlich? Welche Kosten können bei einem Hausbau entstehen?

Beim Massivbau ist mit durchschnittlich ca. 1 Jahr Bauzeit zu rechnen, beim Holzbau kann das halb so lang sein.

Zu den eigentlichen Bauwerkskosten (Bauwerk-Rohbau-Technik und Ausbau) sind die Grund - und Aufschließungskosten ( Strom, Wasser, Zufahrt), Einrichtungskosten und Kosten für Aussen Anlagen zu berücksichtigen.

Zudem sind noch Honorare und Nebenkosten für Versicherungen, Betriebskosten während der Bauzeit zu kalkulieren.

Am besten man hat dann noch 10 % von der Gesamtsumme als Reserve für Unvorhergesehenes.

 

 

Ich bedanke mich  ganz herzlich im Namen von ProntoPro für das Interview !

 

Verena Arnold | Digital Content Manager

 https://www.prontopro.at/pro/arch-di-christian-farcher


 Das Interview wurde in schriftlicher Form geführt

 

Tags: Interview, Architekt, Christian Farcher, Statements, Warum brauche ich einen Architekten, Welcher Architekt passt zu mir, Der richtige Architekt für mich, Was macht ein Architekt

archipur | ARCHITEKT DI CHRISTIAN FARCHER | staatlich befugter und beeideter Ziviltechniker

archipur bei homify